Internationale Modemarken stehen zunehmend unter Druck, ihre Lieferketten klimafreundlicher zu gestalten. Von ihren Zuliefer*innen verlangen sie deshalb immer häufiger Nachweise über Energieverbrauch, Treibhausgasemissionen und Fortschritte bei der Dekarbonisierung. Für viele kleine und mittlere Textilunternehmen in Vietnam stellt dies eine erhebliche Herausforderung dar.
Oft fehlen den Unternehmen die notwendigen Datensysteme, Fachkenntnisse oder personellen Ressourcen, um Emissionen systematisch zu erfassen. Was für große Unternehmen längst zum Standard gehört, kann für kleinere Betriebe schnell zur Markteintrittsbarriere werden. Genau hier setzte die Online-Trainingsreihe des Projekts Twin Transition Hub Vietnam an, die von Dezember 2025 bis Januar 2026 durch die GIZ durchgeführt wurde. Ziel war es, kleine und mittlere vietnamesische Textilunternehmen (Textil-KMU) dabei zu unterstützen, ihre Energieverbräuche und Emissionen besser zu verstehen und die Grundlagen für ein systematisches Emissionsmanagement zu schaffen. Im Mittelpunkt stand die Frage: Wie können Unternehmen die Daten erfassen, die sie für Nachhaltigkeitsanforderungen internationaler Auftraggeber benötigen?
Die Teilnehmenden lernten, Energieverbräuche zu dokumentieren, relevante Emissionsquellen zu identifizieren und einfache Monitoring-Strukturen aufzubauen. Für viele Unternehmen bedeutete dies einen ersten Schritt hin zu einer datenbasierten Steuerung ihrer Produktionsprozesse. Mit besseren Daten können Unternehmen nicht nur Anforderungen ihrer Kund*innen leichter erfüllen. Sie gewinnen auch einen genaueren Überblick darüber, wo Energie verbraucht wird und wo sich Einsparpotenziale verbergen.
Die Trainings verdeutlichten außerdem, wie eng Digitalisierung und Nachhaltigkeit miteinander verbunden sind. Digitale Datenerfassung schafft die Grundlage für mehr Transparenz über Energieverbrauch und Emissionen. Gleichzeitig ermöglicht sie es Unternehmen, Ressourcen gezielter einzusetzen und Prozesse schrittweise effizienter zu gestalten.
Das Projekt zeigt einen zentralen Aspekt der sogenannten Twin Transition: Digitale Lösungen können KMUs helfen, Nachhaltigkeitsanforderungen nicht nur zu erfüllen, sondern daraus auch wirtschaftliche Chancen zu entwickeln. Für vietnamesische Textil-KMU kann dies ein wichtiger Schritt sein, um ihre Wettbewerbsfähigkeit in internationalen Lieferketten langfristig zu sichern.