Gig Economy

Wissen teilen, Chancen schaffen: Joana fördert Ghanas Tech-Talente

Mit praktischem Wissen und persönlichem Zuspruch wird Joana für viele Frauen zum Vorbild auf ihrem Weg in die digitale Wirtschaft.

© GIZ

Wenn Joana Amavih auf ihre ersten Jahre als Informatikstudentin an der Universität zurückblickt, erinnert sie sich an einen Moment, der ihr bis heute im Gedächtnis geblieben ist: Während der Vorlesungen forderten die Professoren, „die Jungen auf, den Mädchen zu helfen“ – eine Bemerkung, die unterschwellig klar machte, dass Frauen nicht wirklich in die digitale Welt gehören.

Wie viele junge Frauen in Ghana stieß Joana schon früh auf Hindernisse: eingeschränkter Zugang zu Bildungsnageboten, kaum weibliche Vorbilder sowie gesellschaftliche Erwartungen, die Frauen von einer Karriere in der Tech-Branche abhielten. Doch die digitale Wirtschaft boomte, und sie war entschlossen, Teil davon zu sein.

Heute arbeitet Joana als Technikerin bei der ghanaischen Wetterbehörde (Ghana Meteorological Agency) und sie hat sich eine zweite Karriere als freiberufliche UI/UX-Designerin aufgebaut. Da sie sich ihren eigenen Weg in die digitale Arbeitswelt gebahnt hat, weiß sie, wie schwierig die ersten Schritte sein können. Um andere Frauen zu motivieren, neue digitale Fähigkeiten zu erlernen und in den männlich dominierten Technologiesektor einzusteigen, engagiert sie sich als Mentorin im Mentoringprogramm der Gig Economy.

Das von der Soronko Academy durchgeführte Programm brachte 12 Expert*innen mit 60 Mentees zusammen. Über einen Zeitraum von sechs Wochen begleitete Joana eine Gruppe von fünf Frauen, die gerade ihre Karriere in der digitalen Wirtschaft starten. Ausgehend von ihren eigenen Erfahrungen führte sie die Teilnehmerinnen durch Themen wie Weiterbildungsmöglichkeiten, Portfolio-Erstellung und die Aushandlung fairer Verträge sowie Arbeitsbedingungen. Wichtig war ihr auch, einen Raum für offene Gespräche über die Herausforderungen zu schaffen, denen viele Frauen begegnen: von skeptischen Familienmitgliedern über Online-Diskriminierung bis hin zur Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben.

Für Joana geht Mentoring weit über die Vermittlung technischer Fähigkeiten hinaus. Vielmehr geht es ihr darum, durch den Austausch von Erfahrungen, Selbstvertrauen zu stärken und eine Gemeinschaft von Frauen aufzubauen, die sich gegenseitig bei ihrem Einstieg in Ghanas wachsende digitale Wirtschaft unterstützen.

Mentoring schafft Chancen, die reine Weiterbildung nicht bieten kann. Es verwandelt Wissen in Selbstvertrauen und zeigt Frauen, dass sie einen Platz in der digitalen Wirtschaft haben – so schaffen wir einen inklusiveren Technologiesektor in Ghana. 

Joana Amavih, Mentorin, Mentorship and Peer Learning for Women Workers Programm

Das Toolkit Mentorship and Peer Learning for Women Workers bietet Organisationen einen Leitfaden zur Gestaltung und Umsetzung effektiver Mentoring- und Trainingsprogramme. Ziel ist es, Frauen in der Gig Economy zu stärken, indem durch Peer-Learning-Strategien Selbstvertrauen, berufliche Netzwerke und langfristiges Engagement gefördert werden.