Präzise statt pauschal: Lokale Wetterdaten sichern Ernten in Westkenia
Ungenaue Wettervorhersagen gefährden in Westkenia die Ernten tausender Kleinbäuerinnen und Kleinbauern. IMARIKA Weatherwise – ein neues lokales Wetterstationsnetz liefert präzise Daten und macht klimafreundliche Entscheidungen auf dem Acker planbar.
Im Westen Kenias leben viele kleinbäuerliche Landwirt*innen mit großer Unsicherheit in Bezug auf wetterbedingte landwirtschaftliche Entscheidungen . Das Problem: Da die örtlichen Wettervorhersagen oft hunderte Kilometer abdecken, bieten sie für landwirtschaftliche Entscheidungen bei einzelnen Äckern nur begrenzte Orientierung. Um Anbauentscheidungen besser an klimatische Schwankungen anzupassen, fehlt es nach Einschätzung des Landwirtschaftsbeauftragten Gillian Elugulu vor allem an verlässlichen, lokalen Informationen.
Ein neuer Ansatz für lokale Wetterinformationen
IMARIKA Weatherwise schließt genau diese Lücke: Statt großräumiger Prognosen liefert das System präzise, lokale Wetterdaten für einzelne Anbaugebiete. Entwickelt wurde das Netzwerk aus kostengünstigen, automatischen Wetterstationen vom iLabAfrica Center of Excellence an der Strathmore University – gezielt für die Bedürfnisse kleinbäuerlicher Landwirtschaft.
In den Unterbezirken Nambale und Butula erfassen 25 Stationen lokale Wetterunterschiede, die bisher unsichtbar blieben. So entstehen Vorhersagen, die tatsächliche Bedingungen auf dem Feld widerspiegeln – nicht regionale Durchschnittswerte. Um sichere Standorte mit zuverlässiger Stromversorgung sicherzustellen, werden die Stationen gemeinsam mit den Gemeinden in Schulen betrieben. So funktioniert das Netzwerk auch während Stürmen und liefert regelmäßig Messwerte.
Bei IMARIKA geht es darum, den Zugang zu genauen lokalen Wetterinformationen zu demokratisieren. Wir bauen die Infrastruktur auf, die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern den Zugang zu präziser Landwirtschaft ermöglicht.
Dr. Betsy Muriithi, Projektleiterin
Von Daten zu Entscheidungen vor Ort
Die lokalen Messdaten ermöglichen es landwirtschaftlichen Beratungsdiensten, standortspezifische Empfehlungen zu geben. Die Weitergabe der Daten erfolgt über Bauernverbände und bestehende digitale Beratungsangebote. Entscheidend ist jedoch die Umsetzung der Informationen in konkrete Handlungen.
Das IMARIKA-Team reagiert darauf mit Handlungsempfehlungen auf Grundlage vor Ort gemessener Wetterdaten. Dies stärkt das Vertrauen und die Eigenverantwortung der Landwirt*innen.
Ein Modell für die Skalierung klimafreundlicher Innovationen
Über IMARIKA
2024 starteten das Smart Africa Sekretariat, die BMZ-Initiative FAIR Forward – Künstliche Intelligenz für alle, Climate Change AI und Intellecap mit Unterstützung von AfriClimate AI die Innovate Africa Challenge (IAC) „KI für Klimaschutz“. IMARIKA gewann den Wettbewerb und erhielt 50.000 Euro für die Pilotumsetzung. Der Erfolg führte zu weiteren Initiativen, u.a. zu zivilen Drohnen und KI für klimaresistente Landwirtschaft.
IMARIKA zeigt, dass Klimainformationen dann wirksam werden, wenn Gemeinden, Innovationsakteure und politische Entscheidungsträger zusammenarbeiten. Lokale, zeitnahe Wetterdaten ermöglichen sichere Planung, den Erhalt von Ernten und die Stärkung der Ernährungssicherheit.