E-Waste

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E-Waste (Elektroschrott) umfasst alle elektrischen und elektronischen Geräte, sobald sie von ihren Besitzer*innen ausrangiert werden und nicht wiederverwendet oder verkauft werden sollen. Dazu gehören viele alltägliche Geräte, wie z. B. Mobiltelefone, Computer, Kühlschränke oder Glühbirnen. Die Menge des Elektroschrotts hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen und es wird erwartet, dass sie in den kommenden fünf Jahren um bis zu 21 % wachsen wird (Global E-Waste Monitor von 2020). Dieser Anstieg ist vor allem auf die kurzen Lebenszyklen elektronischer Geräte, den enormen technologischen Fortschritt, der Technologien schnell veralten lässt, sowie auf die niedrige Recyclingrate zurückzuführen.

Warum ist E-Waste ein Problem?

Elektroschrott kann die Umwelt stark belasten, wenn er nicht recycelt wird. Wenn er jedoch nicht ordnungsgemäß entsorgt wird, stellt Elektroschrott eine zusätzliche Gefahr dar, da er gefährliche und giftige Materialien und Chemikalien enthält. Diese Materialien sind für die Verschmutzung von Gewässern verantwortlich und können ernsthafte Gesundheitsprobleme verursachen. Im Jahr 2019 wurden nur 17,4 % des weltweiten Elektroschrotts gesammelt und ordnungsgemäß verarbeitet. Der restliche Anteil ist undokumentiert und wurde höchstwahrscheinlich auf nicht umweltfreundliche Weise entsorgt. Dies bedeutet nicht nur Umweltverschmutzung, sondern auch, dass eine große Anzahl von Rohstoffen verschwendet wird

Export von E-Waste in Länder des globalen Südens

Warum wird Elektroschrott nicht recycled? Der meiste Elektroschrott wird in den großen Industrieländern, aber auch in Schwellenländern wie China und Indien produziert. Tatsächlich verursacht Asien am Meisten Elektroschrott, gefolgt von Amerika und Europa, während Afrika am wenigsten dazu beiträgt.

Da die für das Recycling erforderlichen Technologien teuer sind, exportieren viele Länder einen Großteil ihres Elektroschrotts in Länder des globalen Südens. Diese haben jedoch im Gegensatz zu den Industrieländern meist keine strengen Vorschriften für die Entsorgung und Verarbeitung von Elektroschrott. Darüber hinaus können ihre Abfallbewirtschaftungssysteme das Recycling von Elektroschrott nicht unterstützen und das Recycling wird häufig mithilfe unangemessener Methoden recycelt, was eine Gefahr für die Arbeiter*innen darstellt. Zudem werden so umweltschädliche Schwermetalle freigesetzt.

E-Waste-Management Initiativen

Angesichts der weltweit steigenden Nachfrage nach Elektro- und Elektronikgeräten haben Länder des globalen Südens nicht nur mit ausländischem, sondern zunehmend auch mit eigenem Elektroschrott zu tun. Verschiedene Initiativen unterstützen hier beim Aufbau geeigneter Systeme.

Das BMZ arbeitet zum Beispiel eng mit Ghana zusammen, einem der größten Importeure von Elektroschrott und gebrauchten Elektrogeräten, um ein nachhaltiges System für das E-Waste-Management im Land zu schaffen. Das Projekt unterstützt die Regierung bei der Umsetzung von Standards oder berät wie das größte informelle Recyclingsystem und die größte Mülldeponie in das formelle System eingebunden und in eine nachhaltige Mülldeponie überführt werden kann.

Da der Verbrauch von Elektro- und Elektronikgeräten weltweit ansteigt, wäre es schwierig, die Produktion von Elektro- und Elektronikschrott ganz zu vermeiden. Weil der Recyclingprozess kostspielig ist und ständig neue Technologien benötigt werden, liegt eine Möglichkeit zur Reduzierung von Elektro- und Elektronikschrott in der Herstellung langlebigerer und umweltfreundlicherer Geräte.

Ein Beispiel hierfür ist Fairphone. Fairphone ist ein Unternehmen, das zu 100 % recycelbare Telefone und Telefonzubehör herstellt und recycelte Materialien in seine Produkte einbaut. Außerdem lassen sich beschädigte Teile leicht ersetzen. Die Verwendung von recyceltem Material bedeutet auch, dass weniger Rohstoffe abgebaut werden müssen.


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