Gender

Digitale Transformation für inklusive und gleichberechtigte Teilhabe

Svenja Schulze

Svenja Schulze © BPA / Steffen Kugler

Wer eine menschliche Gesellschaft will, der muss die männliche überwinden.

erklärte Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze in ihrer Antrittsrede und machte damit klar: Wir brauchen Gleichberechtigung.

Frauen machen die Hälfte der Weltbevölkerung aus – in der digitalen Welt allerdings sind die Männer weiterhin deutlich in der Überzahl: Allein in Afrika nutzen nur etwa halb so viele Frauen das Internet wie bei den Männern – und sind schon deswegen von vielen Chancen der digitalen Transformation ausgeschlossen: Denn das Internet bietet Zugang zu Informationen, Bildung, Netzwerken, Jobbörsen, Finanzprodukten oder Dienstleistungen – all diese digitalen Chancen bleiben Frauen und Mädchen verwehrt, wenn schon der Zugang ins Netz nicht möglich ist. Dabei können gerade auch marginalisierte Gruppen und Frauen in ländlichen Gebieten durch von den Möglichkeiten der Digitalisierung profitieren – und leichter am wirtschaftlichen, öffentlichen und politischen Leben teilhaben, Gesundheitsleistungen wahrnehmen und ihr Potenzial in Bildung und Beschäftigung entfalten.

Diese Chancen sind jedoch in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen nicht gleich verteilt.

7 %

Frauen besitzen 7% seltener ein Mobiltelefon als Männer und 15% seltener ein Smartphone

234

234 Millionen weniger Frauen als Männer haben Zugang zum mobilen Internet

15 %

Frauen nutzen das mobile Internet 15 % seltener als Männer

Die Kluft zwischen Geschlechtern in Bezug auf den Zugang zu und die Nutzung von digitalen Technologien wird als digitale Geschlechterkluft bezeichnet. Gerade Frauen in ländlichen Gebieten, mit niedrigem Bildungsniveau, mit Behinderung sowie arbeitslose und ältere Frauen sind dabei von mehrfacher Diskriminierung betroffen.
Die digitale Geschlechterkluft überträgt sich auch auf die Bereiche digitale Fähigkeiten, Beschäftigung und Unternehmertum im Informations- und Kommunikationstechnik (IKT)-Bereich – das gilt übrigens weltweit.

Männern ist viermal häufiger als Frauen bekannt, wie sie digitale Technologien für grundlegende Zwecke nutzen können

Frauen machen lediglich 35% der Studierenden in naturwissenschaftlichen und IKT-Fächern an Hochschulen aus

Nur 24% aller Arbeitsplätze im digitalen Sektor sind mit Frauen besetzt, davon die Mehrheit im Einstiegsbereich und wenige in Managementpositionen

Start-ups, die von Frauen gegründet werden, erhalten 23% weniger Finanzmittel

Der Mangel an Vielfalt führt dazu, dass geschlechtsspezifische Ungleichheiten bei der Entwicklung von Technologien fortbestehen und verschärft werden, zum Beispiel durch (unerkannte) Voreingenommenheit, die in Algorithmen und künstlicher Intelligenz eingebaut und wiederholt wird.

Was sind digitale Klüfte?

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Die digitale Geschlechterkluft hat mehrere Ursachen:

  • Mangelnde Infrastruktur, hohe Kosten für Endgeräte und Datenvolumen

Genau diese Barrieren wollen wir angehen: geschlechterspezifische Bedürfnisse und Hindernisse sollten schon bei der Entwicklung von Projekten und Lösungsansätzen berücksichtigt werden, um so die digitale Kluft zu überwinden.

Projekte

#eSkills4Girls

#eSkills4Girls adressiert die digitale Geschlechterkluft, indem relevante Bildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten für Frauen und Mädchen in Partnerländern der deutschen EZ gefördert werden.

Bis heute hat Deutschland durch #eSkills4Girls über 60.000 Frauen und Mädchen erreicht und ausgebildet.

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atingi #WomenRulingTech

Die digitale Lernplattform atingi erarbeitet für alle Kurse ein geschlechtergerechte und inklusive Kursdesign und bietet ein Kursportfolio an, das auf Frauen ausgerichtet ist, wie zum Beispiel die #WomenRulingTech Kampagne.

Projektwebsite

Audiopedia

Audiopedia ist eine Open-Source-Audio-Lernplattform. Sie stellt marginalisierten Bevölkerungsgruppen im Globalen Süden Grundbildung und Gesundheitsinformationen kostenlos zur Verfügung. Durch Audioaufnahmen ist das Wissen auch für Nichtleserinnen und Nichtleser zugänglich und Wissenslücken zwischen den Geschlechtern können geschlossen werden.

Projektwebsite

Her & Now

Her & Now zielt darauf ab, die Rahmenbedingungen für Unternehmerinnen in Indien zu verbessern. Dies geschieht in drei Hauptbereichen: 1) Politische Beratung bei der Entwicklung einer geschlechtersensiblen Politik, 2) Durchführung von Inkubations- und Beschleunigungsprogrammen; und 3) Durchführung einer Film- und Medienkampagne mit positiven Rollenbildern zu weiblichem Unternehmertum.

Projektwebsite