Von Dorf zu Dorf: Lesly Huamanta kämpft für Impfbereitschaft im Amazonasgebiet
In der abgelegenen Gemeinde Candungos, tief im peruanischen Amazonas-Regenwald, ist die Gesundheitsversorgung eine tägliche Herausforderung. Personalmangel bei den Gesundheitsdiensten, die große Entfernung zwischen den Gemeinden und instabile Internetverbindungen erschweren die Kontaktaufnahme mit Patient*innen, besonders das Einhalten von Impfplänen. Lesly Huamanta, eine engagierte Krankenpflegerin im örtlichen Gesundheitszentrum, änderte das mithilfe einer Impf-App.
Um Candungos zu erreichen, muss Lesly acht Stunden auf dem Fluss in der Provinz Condorcanqui im Amazonasgebiet zurücklegen. Anfangs dokumentierte sie die in den lokalen Gemeinden vorgenommen Behandlungen und Impfungen mit Papierunterlagen. Aber diese verrotteten in dem warm-feuchten Klima schnell und waren fehleranfällig, was die Übermittlung der Informationen verzögerte.
Dann begann Lesly mit der Nutzung einer neuen Offline-Impfanwendung, die im Rahmen der BMZ-Initiative Digitale Innovation in der Pandemiekontrolle (DIPC) entwickelt wurde. Mit der App können Nutzer*innen auch ohne Internetverbindung Impfungen erfassen, Krankengeschichten einsehen, Nebenwirkungen registrieren und personalisierte Impfpläne verwalten. Sobald das Gerät ein Signal empfängt, werden die Informationen automatisch mit dem nationalen System synchronisiert.
Die digitale Anwendung hat nicht nur ihre Arbeit verbessert, sondern auch ihre berufliche Entwicklung gestärkt. Heute schult Lesly das Gesundheitspersonal in ihrer Region, um sie mit der neuen App vertraut zu machen. Seit der Einführung hat sich die Impfrate deutlich gesteigert und das ist erst der Anfang: Schon bald soll die Anwendung in weiteren Regionen zum Einsatz kommen.
Manchmal dauerte es Monate, bis Impfdaten das nationale System erreichten. Das beeinträchtigte die Planung und die Impfstoffversorgung. Jetzt kann ich alles sofort und genau erfassen, selbst mitten im Dschungel.
Lesly Huamanta