“Allein schafft das niemand“ – Bärbel Kofler setzt Zeichen für nachhaltige KI in Indien
Mit dem India AI Impact Summit fand erstmals ein internationaler Gipfel zu künstlicher Intelligenz (KI) im Globalen Süden statt. Über 250.000 Teilnehmende aus Politik, Zivilgesellschaft, Wissenschaft und dem Privatsektor aus mehr als 100 Ländern diskutierten vom 16. bis 20. Februar in Neu-Delhi, wie KI nachhaltige Entwicklung voranbringen kann, ohne bestehende Ungleichheiten zu verschärfen. Für das BMZ mit vor Ort: Parlamentarische Staatssekretärin Dr. Bärbel Kofler.
KI ist für das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) schon lange kein Zukunftsthema mehr, sondern längst Gegenwart: Schließlich setzt die deutsche Entwicklungszusammenarbeit schon seit 2019 auf künstliche Intelligenz – vor allem mit seiner Initiative „FAIR Forward“. So konnte Bärbel Kofler mit ihrer Teilnahme die entwicklungspolitische Perspektive auf KI einbringen: Ziel des BMZ ist es, KI zu einem Motor nachhaltiger Entwicklung als Ressource für alle zu machen.
©SPD/Maximilian König
Nachhaltige KI braucht starke Partner. Allein schafft das niemand.
Parlamentarische Staatssekretärin Dr. Bärbel Kofler, BMZ, vor Ort in Neu-Delhi
Das fängt schon bei der Sprachbarriere an: Wenn Siri, Google Assistant oder andere Chatbots nur wenige Sprachen verstehen, bleibt ein großer Teil der Weltbevölkerung außen vor. Bei der Veranstaltung „Speaking Everyone’s Language: The Key to Inclusive AI Opportunity“, machte Bärbel Kofler daher deutlich: KI kann nur dann gerecht sein, wenn sie alle Sprachen spricht. Das BMZ-Vorhaben FAIR Forward unterstützt deshalb bereits seit 2019 offene Datensätze und Technologien für bislang unterrepräsentierte afrikanische und asiatische Sprachen und sorgt so dafür, dass Millionen von Menschen KI nutzen können.
KI als entwicklungspolitischer Hebel
Der Summit hat eindrucksvoll gezeigt: KI ist ein politischer und wirtschaftlicher Machtfaktor. Rechenkapazitäten, Daten und Kapital sind aktuell in wenigen Ländern konzentriert. Wenn Länder des Globalen Südens keinen gleichberechtigten Zugang zu Technologie und Kompetenzen erhalten, droht sich diese Ungleichheit weiter zu verfestigen.
Gleichzeitig bietet KI enorme Chancen – für bessere Gesundheitsversorgung, effizientere Verwaltungsprozesse, klimaresiliente Landwirtschaft oder neue Bildungsangebote. Damit dieses Potenzial allen zugutekommt, braucht es offene Standards, transparente Rahmenbedingungen und gezielte Investitionen in lokale Kapazitäten.
Konkrete Ansätze für verantwortungsvolle KI
In einer Keynote zu einer Veranstaltung mit dem Unternehmensverband Nasscom, Digital Futures Lab und IndiaAI Mission lobte Dr. Bärbel Kofler den gemeinsam erarbeiteten Policy Brief „Advancing Open-Source AI in India“: Er zeige praxisnah, wie offene KI‑Lösungen Innovation, Transparenz und breite Teilhabe stärken können.
Die 2025 gemeinsam von BMZ, UNDP und 50 Partnern verabschiedete Hamburger Erklärung zu verantwortungsvoller KI war Thema bei der Paneldiskussion „Multistakeholder Partnerships for Thriving AI Ecosystems“. Hier betonte Dr. Bärbel Kofler die gemeinsame Verantwortung von Regierungen und Partnern: Investitionen in Infrastruktur und Kompetenzen sowie eine klare Gemeinwohlorientierung sind die Grundlage für inklusive KI-Ökosysteme.
Bei einem runden Tisch mit Vertreterinnen und Vertretern deutscher und indischer Unternehmen sprach Dr. Kofler über die gemeinsamen Herausforderungen und Chancen der beiden Wirtschaftsstandorte sowie über Möglichkeiten einer noch engeren Zusammenarbeit im Bereich KI. In einem weiteren Treffen mit der Zivilgesellschaft erkundigte sie sich nach aktuellen Herausforderungen und unterstrich die Bedeutung zivilgesellschaftlicher Organisationen als strategische Partner des BMZ.
Auch das BMZ-Datenlabor war auf dem AI Impact Summit präsent. Es stellte praktische KI-Lösungen zur Nutzung von Daten für die Politikgestaltung vor, wie beispielsweise NegotiateCOP, das kleine Delegationen bei internationalen Klimaverhandlungen unterstützt, Positionen der anderen Staaten mit der eigenen vergleicht und Hinweise für mögliche Kompromisse liefert.
Partnerschaften als Schlüssel
Der AI Impact Summit war mehr als ein reiner Technologiegipfel, er war eine Plattform für Austausch und Zusammenarbeit zu verantwortungsvoller KI, die auch dem Globalen Süden Chancen eröffnet. Ob KI globale Ungleichheiten verringert oder vertieft, ist keine Frage des Programmcodes. Es ist eine Frage politischer Gestaltung. Daran arbeitet das BMZ weiter – gemeinsam mit starken Partnern weltweit. Oder, um es mit Bärbel Koflers Worten zu sagen: „Allein schafft das niemand“.